Grobschnitt 1981 in Menden - Die Illegal Premiere -
Verfasst: 27.08.2009, 23:05
Hallo Leute,
erstmal möchte ich mich für das tolle Lob für meinen ersten Konzertbericht
von Schloss Hohenlimburg 1977 bedanken und möchte dieser Zeitreise,
wie Günni es so schön betitelte noch einen zweiten Teil folgen lassen.
Wir überspringen ein paar Jahre in denen es auch einige schöne Grobschnitt
Auftritte gab, die mir aber nicht mehr so im Gedächtnis geblieben sind
und begeben uns an den Anfang des Jahres 1981…
Ein fieser kalter Winter hatte das Land im Griff, Pink Floyd hatten Anfang
Februar mit ihrer Wall-Show die Dortmunder Westfalenhalle gleich sieben
mal ausverkauft, eine Show die mich auf Grund ihrer großen Perfektion
aber irgendwie nicht berührt hatte, vier Stunden Grobschnitt waren mir
eindeutig lieber, aber vier Stunden spielten Grobschnitt auch schon lange
nicht mehr. Die letzte Tour 1979 hatte neue Maßstäbe gesetzt, leider auch
was die Länge der Auftritte anging, ganze zweieinhalb Stunden bekam man
nur noch, geboten, für die lohnte sich das hinsetzen kaum. Man munkelte
sie hätten für die Tournee nachträglich Kurzarbeitergeld beantragt.
Die erste große Zäsur hatte nach der Merry go Round Tour stattgefunden,
Popo war entlassen worden, die Gründe sind mittlerweile bekannt und
Ex Green Frontmann Milla Kapolke sollte nun eine Woche nach „The Wall“
in Menden sein Debut geben.
Die Musik hatte sich mit der Illegal Platte bekanntlich deutlich geändert und
das war dann auch die zweite Zäsur, die man als Grobschnitt Fan erstmal
verdauen musste, was nicht so einfach war. Man sang auch teilweise
wieder auf Deutsch, womit die "internationalen Ambitionen" wohl endgültig
zu den Akten gelegt worden waren. Sehr schade, mein Traum war immer
Grobschnitt mal im Pariser Olympia oder der Londoner Royal Albert Hall zu
bewundern, wenn James Last in Großbritannien zum Superstar werden konnte,
warum nicht auch die "German Klamauk Band" aus Hagen. WDR Mann
Winfried Trenkler hatte wohl ähnliche Träume zu dieser Zeit.
Also fuhr man am Mittwoch den 25. Februar 1981 durchaus mit gemischten
Gefühlen in das, zu dieser Jahreszeit, gar nicht so schöne Sauerland.
Und wer meint er müsse jetzt nicht weiterlesen weil er den nun folgenden
Ablauf eh von der Illegal Live CD kennt dem muss ich widersprechen, grins.
Die Mendener Kulturhalle Hüingsen war natürlich wie immer ausverkauft.
Relativ pünktlich ging es dann auch mit dem neuen Vorprogramm von Band
los, auf dem eine allseits bekannte Stimme meinte, „man könne sich auf die
nächsten vier Stunden freuen(!)“ Die allgemeine Erleichterung nach dieser
Ansage konnte man in der Halle förmlich spüren, „der Marsch“ und „Ottos
Mops“ taten ihr übriges zur guten Laune dazu.
Es wurde dunkel, der Vorhang ging auf, was er auch blieb, bei der 79er
Premiere hier hatte Eroc ihn noch wild schimpfend nach wenigen Sekunden
wieder zugezogen und neu angefangen. Diesmal lief alles nach Plan. Das tolle
neue, auch heute wieder gespielte Intro mit dem Razzia Gitarrenriff ertönte,
Millas Bass knallte herrlich und seine Bühnenpräsenz tat Grobschnitt richtig gut.
Nach Illegal folgte die nächste positive Überraschung, man spielte endlich
wieder Vater Schmidt, auch das war auf der 79er Tour gecancelt worden.
Für mich war Vater Schmidt live immer ein Muss, genau wie Solar Music,
aber dazu kommen wir später noch.
Die Salzmann Show war dann auch endlich mal wieder lustig, es folgte die
von der Live CD bekannte erste Showhälfte mit Rockpommels Land und
den neuen Stücken von Illegal.
Nach der Pause kam der Opener der letzten Tour die Mönchskutten-Show
mit „Du schaffst das nicht“ und man war in allerbester Stimmung.
Bis zur üblichen, aber diesmal für Eroc verhängnisvollen, Solar-Music Ansage.
Es folgte ein Satz der dir als Grobschnitt Fan wohl ewig im Gedächtnis bleiben
wird und der so auch wohl nie wieder erfolgte, selbst auf der Live CD ist nur
die „diplomatische Ansage“ drauf.
„Solar Music ist tot, es lebe Power Play”, tönte es da bitterböse aus Erkes
Mund und das verdutzte Publikum mochte seinen Ohren nicht trauen und
es hagelte neben vielen dummen Gesichtern auch gewaltige Pfiffe.
Musikalisch völlig neu erfunden wusste Solar Music eigentlich gut zu gefallen,
aber Eroc hatte sich mit seiner Ansage nicht nur zu weit aus dem Fenster
gelehnt, er war schlichtweg aus dem Fenster gefallen, denn der Applaus
am Ende war längst nicht mehr so frenetisch wie in alten Tagen und die
Diskussionen über den völlig dämlichen neuen Namen des Stückes gingen
nach Ende des Konzertes noch lange weiter.
Aber insgesamt hatten man die Fans mit der „neuen alten“ Konzertlänge und
der guten Show doch wieder versöhnt und Zugaben gab es natürlich auch,
ganz so böse war man ihnen denn doch nicht, auch der „Neue“ am Bass
wusste durchaus zu gefallen.
Insgesamt habe ich sie auf der Illegal Tournee dann viermal live gesehen,
wobei mir das Wuppertaler Konzert, was komischerweise gar nicht im Tourplan
verzeichnet ist, am besten gefallen hat, die Wuppertaler Stadthalle ist sicher
eine der schönsten Hallen in Deutschland mit einer traumhaften Akustik.
Mit der „diplomatischen Ansage“ kam Solar Music dann auch während der
Tour wieder deutlich besser an als bei der Premiere und wurde umjubelt.
Auch beim legendären Abschlusskonzert in der Essener Grugahalle, bei dem
bekanntlich die Live CD aufgezeichnet worden ist, war ich dann dabei.
Um hier mal mit einem über die Jahrzehnte immer größer werdenden
Mythos aufzuräumen, nein die Grugahalle war nicht ausverkauft! Das haben
sie glaube ich während ihrer ganzen Karriere nie geschafft, aber um die
fünftausend Leute dürften es wohl gewesen sein. Die Halle war gut zu
zwei drittel gefüllt, bekanntlich passen da achttausend Leute rein.
Es war der krönende Abschluss der wohl erfolgreichsten Tour von Grobschnitt
durch ausschließlich große Hallen, danach ging es leider von Jahr zu Jahr bergab
bis man schließlich irgendwann wieder im Jugendzentrum Papestraße in Essen
spielen musste, wo man zu Beginn der 70er Jahre angefangen hatte und da war
es dann auch sicher die richtige Zeit um aufzuhören. Die Möbelhaus Eröffnungen
blieben ihnen somit erspart, aber die gibt es ja auch nur bei alternden Schlagerstars.
Die letzten Zeilen klingen sicher böse, aber auch das dann folgende Razzia Album war
böse und der „alte Grobschnitt Fan“ war ab da sicher auch sehr böse, aber das ist eine
andere Geschichte von der ich mir nicht sicher bin ob die hier noch jemand lesen
will….
erstmal möchte ich mich für das tolle Lob für meinen ersten Konzertbericht
von Schloss Hohenlimburg 1977 bedanken und möchte dieser Zeitreise,
wie Günni es so schön betitelte noch einen zweiten Teil folgen lassen.
Wir überspringen ein paar Jahre in denen es auch einige schöne Grobschnitt
Auftritte gab, die mir aber nicht mehr so im Gedächtnis geblieben sind
und begeben uns an den Anfang des Jahres 1981…
Ein fieser kalter Winter hatte das Land im Griff, Pink Floyd hatten Anfang
Februar mit ihrer Wall-Show die Dortmunder Westfalenhalle gleich sieben
mal ausverkauft, eine Show die mich auf Grund ihrer großen Perfektion
aber irgendwie nicht berührt hatte, vier Stunden Grobschnitt waren mir
eindeutig lieber, aber vier Stunden spielten Grobschnitt auch schon lange
nicht mehr. Die letzte Tour 1979 hatte neue Maßstäbe gesetzt, leider auch
was die Länge der Auftritte anging, ganze zweieinhalb Stunden bekam man
nur noch, geboten, für die lohnte sich das hinsetzen kaum. Man munkelte
sie hätten für die Tournee nachträglich Kurzarbeitergeld beantragt.
Die erste große Zäsur hatte nach der Merry go Round Tour stattgefunden,
Popo war entlassen worden, die Gründe sind mittlerweile bekannt und
Ex Green Frontmann Milla Kapolke sollte nun eine Woche nach „The Wall“
in Menden sein Debut geben.
Die Musik hatte sich mit der Illegal Platte bekanntlich deutlich geändert und
das war dann auch die zweite Zäsur, die man als Grobschnitt Fan erstmal
verdauen musste, was nicht so einfach war. Man sang auch teilweise
wieder auf Deutsch, womit die "internationalen Ambitionen" wohl endgültig
zu den Akten gelegt worden waren. Sehr schade, mein Traum war immer
Grobschnitt mal im Pariser Olympia oder der Londoner Royal Albert Hall zu
bewundern, wenn James Last in Großbritannien zum Superstar werden konnte,
warum nicht auch die "German Klamauk Band" aus Hagen. WDR Mann
Winfried Trenkler hatte wohl ähnliche Träume zu dieser Zeit.
Also fuhr man am Mittwoch den 25. Februar 1981 durchaus mit gemischten
Gefühlen in das, zu dieser Jahreszeit, gar nicht so schöne Sauerland.
Und wer meint er müsse jetzt nicht weiterlesen weil er den nun folgenden
Ablauf eh von der Illegal Live CD kennt dem muss ich widersprechen, grins.
Die Mendener Kulturhalle Hüingsen war natürlich wie immer ausverkauft.
Relativ pünktlich ging es dann auch mit dem neuen Vorprogramm von Band
los, auf dem eine allseits bekannte Stimme meinte, „man könne sich auf die
nächsten vier Stunden freuen(!)“ Die allgemeine Erleichterung nach dieser
Ansage konnte man in der Halle förmlich spüren, „der Marsch“ und „Ottos
Mops“ taten ihr übriges zur guten Laune dazu.
Es wurde dunkel, der Vorhang ging auf, was er auch blieb, bei der 79er
Premiere hier hatte Eroc ihn noch wild schimpfend nach wenigen Sekunden
wieder zugezogen und neu angefangen. Diesmal lief alles nach Plan. Das tolle
neue, auch heute wieder gespielte Intro mit dem Razzia Gitarrenriff ertönte,
Millas Bass knallte herrlich und seine Bühnenpräsenz tat Grobschnitt richtig gut.
Nach Illegal folgte die nächste positive Überraschung, man spielte endlich
wieder Vater Schmidt, auch das war auf der 79er Tour gecancelt worden.
Für mich war Vater Schmidt live immer ein Muss, genau wie Solar Music,
aber dazu kommen wir später noch.
Die Salzmann Show war dann auch endlich mal wieder lustig, es folgte die
von der Live CD bekannte erste Showhälfte mit Rockpommels Land und
den neuen Stücken von Illegal.
Nach der Pause kam der Opener der letzten Tour die Mönchskutten-Show
mit „Du schaffst das nicht“ und man war in allerbester Stimmung.
Bis zur üblichen, aber diesmal für Eroc verhängnisvollen, Solar-Music Ansage.
Es folgte ein Satz der dir als Grobschnitt Fan wohl ewig im Gedächtnis bleiben
wird und der so auch wohl nie wieder erfolgte, selbst auf der Live CD ist nur
die „diplomatische Ansage“ drauf.
„Solar Music ist tot, es lebe Power Play”, tönte es da bitterböse aus Erkes
Mund und das verdutzte Publikum mochte seinen Ohren nicht trauen und
es hagelte neben vielen dummen Gesichtern auch gewaltige Pfiffe.
Musikalisch völlig neu erfunden wusste Solar Music eigentlich gut zu gefallen,
aber Eroc hatte sich mit seiner Ansage nicht nur zu weit aus dem Fenster
gelehnt, er war schlichtweg aus dem Fenster gefallen, denn der Applaus
am Ende war längst nicht mehr so frenetisch wie in alten Tagen und die
Diskussionen über den völlig dämlichen neuen Namen des Stückes gingen
nach Ende des Konzertes noch lange weiter.
Aber insgesamt hatten man die Fans mit der „neuen alten“ Konzertlänge und
der guten Show doch wieder versöhnt und Zugaben gab es natürlich auch,
ganz so böse war man ihnen denn doch nicht, auch der „Neue“ am Bass
wusste durchaus zu gefallen.
Insgesamt habe ich sie auf der Illegal Tournee dann viermal live gesehen,
wobei mir das Wuppertaler Konzert, was komischerweise gar nicht im Tourplan
verzeichnet ist, am besten gefallen hat, die Wuppertaler Stadthalle ist sicher
eine der schönsten Hallen in Deutschland mit einer traumhaften Akustik.
Mit der „diplomatischen Ansage“ kam Solar Music dann auch während der
Tour wieder deutlich besser an als bei der Premiere und wurde umjubelt.
Auch beim legendären Abschlusskonzert in der Essener Grugahalle, bei dem
bekanntlich die Live CD aufgezeichnet worden ist, war ich dann dabei.
Um hier mal mit einem über die Jahrzehnte immer größer werdenden
Mythos aufzuräumen, nein die Grugahalle war nicht ausverkauft! Das haben
sie glaube ich während ihrer ganzen Karriere nie geschafft, aber um die
fünftausend Leute dürften es wohl gewesen sein. Die Halle war gut zu
zwei drittel gefüllt, bekanntlich passen da achttausend Leute rein.
Es war der krönende Abschluss der wohl erfolgreichsten Tour von Grobschnitt
durch ausschließlich große Hallen, danach ging es leider von Jahr zu Jahr bergab
bis man schließlich irgendwann wieder im Jugendzentrum Papestraße in Essen
spielen musste, wo man zu Beginn der 70er Jahre angefangen hatte und da war
es dann auch sicher die richtige Zeit um aufzuhören. Die Möbelhaus Eröffnungen
blieben ihnen somit erspart, aber die gibt es ja auch nur bei alternden Schlagerstars.
Die letzten Zeilen klingen sicher böse, aber auch das dann folgende Razzia Album war
böse und der „alte Grobschnitt Fan“ war ab da sicher auch sehr böse, aber das ist eine
andere Geschichte von der ich mir nicht sicher bin ob die hier noch jemand lesen
will….