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Noch bis zur 200-Jahrfeier

Grobschnitt 1981 in Menden - Die Illegal Premiere -

 
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Exil-Hagener
Space-Rider



Anmeldedatum: 19.08.2009
Beiträge: 274

BeitragVerfasst am: 28.08.2009, 00:05    Titel: Grobschnitt 1981 in Menden - Die Illegal Premiere - Antworten mit Zitat

Hallo Leute,

erstmal möchte ich mich für das tolle Lob für meinen ersten Konzertbericht
von Schloss Hohenlimburg 1977 bedanken und möchte dieser Zeitreise,
wie Günni es so schön betitelte noch einen zweiten Teil folgen lassen.

Wir überspringen ein paar Jahre in denen es auch einige schöne Grobschnitt
Auftritte gab, die mir aber nicht mehr so im Gedächtnis geblieben sind
und begeben uns an den Anfang des Jahres 1981…

Ein fieser kalter Winter hatte das Land im Griff, Pink Floyd hatten Anfang
Februar mit ihrer Wall-Show die Dortmunder Westfalenhalle gleich sieben
mal ausverkauft, eine Show die mich auf Grund ihrer großen Perfektion
aber irgendwie nicht berührt hatte, vier Stunden Grobschnitt waren mir
eindeutig lieber, aber vier Stunden spielten Grobschnitt auch schon lange
nicht mehr. Die letzte Tour 1979 hatte neue Maßstäbe gesetzt, leider auch
was die Länge der Auftritte anging, ganze zweieinhalb Stunden bekam man
nur noch, geboten, für die lohnte sich das hinsetzen kaum. Man munkelte
sie hätten für die Tournee nachträglich Kurzarbeitergeld beantragt.

Die erste große Zäsur hatte nach der Merry go Round Tour stattgefunden,
Popo war entlassen worden, die Gründe sind mittlerweile bekannt und
Ex Green Frontmann Milla Kapolke sollte nun eine Woche nach „The Wall“
in Menden sein Debut geben.

Die Musik hatte sich mit der Illegal Platte bekanntlich deutlich geändert und
das war dann auch die zweite Zäsur, die man als Grobschnitt Fan erstmal
verdauen musste, was nicht so einfach war. Man sang auch teilweise
wieder auf Deutsch, womit die "internationalen Ambitionen" wohl endgültig
zu den Akten gelegt worden waren. Sehr schade, mein Traum war immer
Grobschnitt mal im Pariser Olympia oder der Londoner Royal Albert Hall zu
bewundern, wenn James Last in Großbritannien zum Superstar werden konnte,
warum nicht auch die "German Klamauk Band" aus Hagen. WDR Mann
Winfried Trenkler hatte wohl ähnliche Träume zu dieser Zeit.

Also fuhr man am Mittwoch den 25. Februar 1981 durchaus mit gemischten
Gefühlen in das, zu dieser Jahreszeit, gar nicht so schöne Sauerland.

Und wer meint er müsse jetzt nicht weiterlesen weil er den nun folgenden
Ablauf eh von der Illegal Live CD kennt dem muss ich widersprechen, grins.

Die Mendener Kulturhalle Hüingsen war natürlich wie immer ausverkauft.
Relativ pünktlich ging es dann auch mit dem neuen Vorprogramm von Band
los, auf dem eine allseits bekannte Stimme meinte, „man könne sich auf die
nächsten vier Stunden freuen(!)“
Die allgemeine Erleichterung nach dieser
Ansage konnte man in der Halle förmlich spüren, „der Marsch“ und „Ottos
Mops“ taten ihr übriges zur guten Laune dazu.

Es wurde dunkel, der Vorhang ging auf, was er auch blieb, bei der 79er
Premiere hier hatte Eroc ihn noch wild schimpfend nach wenigen Sekunden
wieder zugezogen und neu angefangen. Diesmal lief alles nach Plan. Das tolle
neue, auch heute wieder gespielte Intro mit dem Razzia Gitarrenriff ertönte,
Millas Bass knallte herrlich und seine Bühnenpräsenz tat Grobschnitt richtig gut.

Nach Illegal folgte die nächste positive Überraschung, man spielte endlich
wieder Vater Schmidt, auch das war auf der 79er Tour gecancelt worden.
Für mich war Vater Schmidt live immer ein Muss, genau wie Solar Music,
aber dazu kommen wir später noch.

Die Salzmann Show war dann auch endlich mal wieder lustig, es folgte die
von der Live CD bekannte erste Showhälfte mit Rockpommels Land und
den neuen Stücken von Illegal.

Nach der Pause kam der Opener der letzten Tour die Mönchskutten-Show
mit „Du schaffst das nicht“ und man war in allerbester Stimmung.

Bis zur üblichen, aber diesmal für Eroc verhängnisvollen, Solar-Music Ansage.

Es folgte ein Satz der dir als Grobschnitt Fan wohl ewig im Gedächtnis bleiben
wird und der so auch wohl nie wieder erfolgte, selbst auf der Live CD ist nur
die „diplomatische Ansage“ drauf.

„Solar Music ist tot, es lebe Power Play”, tönte es da bitterböse aus Erkes
Mund und das verdutzte Publikum mochte seinen Ohren nicht trauen und
es hagelte neben vielen dummen Gesichtern auch gewaltige Pfiffe.

Musikalisch völlig neu erfunden wusste Solar Music eigentlich gut zu gefallen,
aber Eroc hatte sich mit seiner Ansage nicht nur zu weit aus dem Fenster
gelehnt, er war schlichtweg aus dem Fenster gefallen, denn der Applaus
am Ende war längst nicht mehr so frenetisch wie in alten Tagen und die
Diskussionen über den völlig dämlichen neuen Namen des Stückes gingen
nach Ende des Konzertes noch lange weiter.

Aber insgesamt hatten man die Fans mit der „neuen alten“ Konzertlänge und
der guten Show doch wieder versöhnt und Zugaben gab es natürlich auch,
ganz so böse war man ihnen denn doch nicht, auch der „Neue“ am Bass
wusste durchaus zu gefallen.

Insgesamt habe ich sie auf der Illegal Tournee dann viermal live gesehen,
wobei mir das Wuppertaler Konzert, was komischerweise gar nicht im Tourplan
verzeichnet ist, am besten gefallen hat, die Wuppertaler Stadthalle ist sicher
eine der schönsten Hallen in Deutschland mit einer traumhaften Akustik.
Mit der „diplomatischen Ansage“ kam Solar Music dann auch während der
Tour wieder deutlich besser an als bei der Premiere und wurde umjubelt.

Auch beim legendären Abschlusskonzert in der Essener Grugahalle, bei dem
bekanntlich die Live CD aufgezeichnet worden ist, war ich dann dabei.
Um hier mal mit einem über die Jahrzehnte immer größer werdenden
Mythos aufzuräumen, nein die Grugahalle war nicht ausverkauft! Das haben
sie glaube ich während ihrer ganzen Karriere nie geschafft, aber um die
fünftausend Leute dürften es wohl gewesen sein. Die Halle war gut zu
zwei drittel gefüllt, bekanntlich passen da achttausend Leute rein.

Es war der krönende Abschluss der wohl erfolgreichsten Tour von Grobschnitt
durch ausschließlich große Hallen, danach ging es leider von Jahr zu Jahr bergab
bis man schließlich irgendwann wieder im Jugendzentrum Papestraße in Essen
spielen musste, wo man zu Beginn der 70er Jahre angefangen hatte und da war
es dann auch sicher die richtige Zeit um aufzuhören. Die Möbelhaus Eröffnungen
blieben ihnen somit erspart, aber die gibt es ja auch nur bei alternden Schlagerstars.

Die letzten Zeilen klingen sicher böse, aber auch das dann folgende Razzia Album war
böse und der „alte Grobschnitt Fan“ war ab da sicher auch sehr böse, aber das ist eine
andere Geschichte von der ich mir nicht sicher bin ob die hier noch jemand lesen
will….
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Mocki
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BeitragVerfasst am: 28.08.2009, 00:19    Titel: Antworten mit Zitat

Zuerst mal "Herzlich Willkommen" hier im Forum, lieber Exil-Hagener!
Du hast inzwischen einige Beiträge verfasst, die mir wirlich gut gefallen haben und die das Forum bereichern. Danke und "Weiter So!"....
Vor allen Dingen vielen Dank für Deinen letzten, für mich sehr fundierten und überaus interessanten Bericht zur "Illegal-Tour".....
Ich finde es toll, wie Du mit dem "gewissen Durchblick" diese tolle Tour beschreibst......
_________________
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Joker
Alter Zauberer


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BeitragVerfasst am: 28.08.2009, 11:37    Titel: Re: Grobschnitt 1981 in Menden - Die Illegal Premiere - Antworten mit Zitat

Exil-Hagener schrub folgendes:

Die letzten Zeilen klingen sicher böse, aber auch das dann folgende Razzia Album war
böse und der „alte Grobschnitt Fan“ war ab da sicher auch sehr böse, aber das ist eine
andere Geschichte von der ich mir nicht sicher bin ob die hier noch jemand lesen
will….

Ja. Ich war böse nach Razzia. Und ich kenne mehr als Einen, der auch böse war. Ich war so böse, dass ich das Erscheinen der "Kinder und Narren" nur noch zur Kenntnis nahm. Dies hielt 20 Jahre an... Die Illegal-Tour haben Mary und ich im Mai '81 in Meschede gesehen. Ich habe damals schon "Solar Music" vermisst.

Ein großes Kompliment für deinen Beitrag, Exil-Hagener!

Joker
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Intruder
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BeitragVerfasst am: 28.08.2009, 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt will ich mich aber auch mal herzlich für diese differenzierten und spannenden Berichte bedanken!
Vieles von dem, was Du beschreibst, habe ich ähnlich empfunden, wenngleich ich manches nicht so kritisch sehe in der Bewertung. Aber das war damals auch schon so und heute hat sich das für mich nicht geändert.
Irgendwie war mir emotional immer das Phänomen "Grobschnitt" und die damit verbundenen Menschen wichtiger, als "nur" die Musik. Ich denke, so richtig erklären kann man das auch nicht, schließlich sind wir hier nach dreißig Jahren auch wieder beisammen und genießen das, was früher schon "gut war"!
Auf jeden Fall wecken diese Berichte wieder wunderbare Erinnerungen und wenn ich so zurückdenke, dann fällt mir ein, dass es nur dort Schatten geben kann, wo ein sehr helles Licht strahlt und dieses strahlt immer noch!
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Exil-Hagener
Space-Rider



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BeitragVerfasst am: 28.08.2009, 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

Besten Dank erstmal für die Wilkommensgrüße und auch für die
Komplimente zu meinen "kleinen Zeitreisen".

Intruder, ich teile Deine Ansicht, Grobschnitt war sicher immer
mehr als nur die Musik und Deine Zeilen mit dem

" ...und wenn ich so zurückdenke, dann fällt mir ein, dass
es nur dort Schatten geben kann, wo ein sehr helles
Licht strahlt und dieses strahlt immer noch!"


haben mir ganz besonders gefallen. Das trifft es sehr schön, auch
das wir hier nach 30 Jahren wieder beisammen sind. Was meine kritische
Haltung angeht, die mag sicher nicht jeder teilen, aber für den der
damals noch nicht dabei war wollte ich auch herausstellen, das Grobschnitt
nie ständig gleich hell geschienen hat zu keiner Zeit. Das darf dann auch
in einem guten Bericht nicht fehlen finde ich, aber das ist wie bei allen
Beiträgen hier natürlich immer subjektiv zu betrachten.

"Auch in einem guten Restaurant schmeckt halt nicht immer alles was
was auf den Tisch kommt!"
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Intruder
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BeitragVerfasst am: 29.08.2009, 07:49    Titel: Antworten mit Zitat

Da stimme ich Dir absolut zu! An anderer Stelle habe ich geschrieben, dass z. B. "Merry-go-round" für viele alte Fans ein richtiges Sakrileg darstellte. Das war damals ein richtiger Stilbruch! Aber genau das zeichnete Grobschnitt ja immer aus, dass sie auch stets versucht haben, sich ein klein wenig neu zu erfinden.
Und dadurch gibt es hier ja auch Fans jeder Ära. So wie Du den Schluss 1989 beschrieben hast, habe ich es auch erlebt. Das war für mich damals sehr traurig, den Rückgang des Interesses erleben zu müssen. Die "Last party-Tour"war nicht überall gleich gut besucht und so war das Ende vielleicht auch aus diesem Grund nicht mehr zu vermeiden. Zu groß ist der Aufwand um eine solche Sache auf die Beine zu stellen und die Vorbereitungen für eine neue LP/die nächste Tournee begannen ja auch meistens sehr schnell nach Schluss der letzten Show...
Und ein wenig Leben muss ja auch noch dabei abfallen...

Für mich bleibt jedenfalls als positives Fazit, dass ich in jeder Epoche Musik erlebt habe, die die Zeit überdauern wird. Die Geschichte von RPL und die wunderbare Wiederentdeckung von "Könige der Welt" beweisen das eindrucksvoll. Auch ich höre die Musik der letzten Studioalben und auch den "Sonnentanz" mit völlig anderem Empfinden als damals und das beweist mir nur, dass es oft nur auf den richtigen Zeitpunkt drauf ankommt und man viel offener mit Musik umgehen sollte. Aber es ist wohl auch völlig normal, dass man Neues immer mit Altbewährtem vergleicht und sich schwer tut.
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Exil-Hagener
Space-Rider



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BeitragVerfasst am: 29.08.2009, 22:01    Titel: Antworten mit Zitat

Perlen gab es sich immer "Intruder", da hast Du völlig Recht,
auch wenn sie am Schluss leider deutlich spärlicher wurden.

Die jetzt einmal angestoßene Diskussion hat zwar nix mehr mit dem
eigentlichen Thema, der Illegal Premiere zu tun, aber aus Spass an
der Freud möchte ich das Thema doch mal fortführen.

"Merry go Round" hab ich nie als Sakrileg empfunden, eher als
konsequente Weiterentwicklung. Im Gegenteil, es ist nach wie
vor die einzige Grobschnitt Studio Produktion die wirklich internationales
Niveau hat, nicht falsch verstehen musikalisch ist "RPL" sicher besser,
aber von der Produktion und vom Mix her gibt es nichts besseres
von Grobschnitt.

Ich kann mich noch gut daran erinnern als die Platte rauskam und
Eroc stolz verkündete alle alten Grobschnitt Platten klängen wie der
letzte Müll dagegen und die "Neue" sei vom Sound das Mass aller
Dinge. Er sollte Recht behalten. Die Produktion war wenn ich mich
Recht erinnere wohl auch ziemlich teuer und hatte leider nicht die
erwarteten Verkaufszahlen, der Vorgänger. Es fehlte leider auch
eine "Hitsingle", die das Album sicher angeschoben hätte.

Ich hätte es damals aber sehr aber begrüßt wenn man die Arbeit
mit, dem zu der Zeit noch relativ unbekannten, Walter Quintus fort-
gesetzt hätte, der bei dem Album an den Reglern saß. Er ist hinterher
ein recht erfolgreicher Produzent geworden und hatte großen Anteil
am exzellenten Sound der Platte.

Wenn ich mir vorstelle die hätten Rock Pommels Land mit ihm
zusammen in Hamburg aufgenommen, dann hätte die Platte
wirklich ein "internationaler Kracher" werden können.

Aber es hat nicht sollen sein, wie wir alle wissen...
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Mocki
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BeitragVerfasst am: 30.08.2009, 01:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ich war übrigens 1987 in Essen, im Jugendzentrum Papestr. dabei und fand's toll.....
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Günni
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BeitragVerfasst am: 07.09.2009, 09:59    Titel: Antworten mit Zitat

Warum muss eigentlich solch ein fundierter Kenner der Hagener Szene ins Exil? Alles illegal, alles illegal!
Erst mal vielen Dank für die erneute Zeitreise! "Illegal" war ja mein erstes Album, das habe ich hier ja schon zur Genüge erzählt, und dann war die Reihenfolge der GS-Platten, die ich hörte/kaufte, ziemlich wirr: als näxtes kam, glaube ich "Jumbo" in britischer Diktion und deutschen Legenden auf dem Cover - dann "Symphony", dann "Volle Molle", dann "Razzia" usw... da wunderte mich dann sowieso nix mehr - es gab einfach keine 2 gleichen Platten. Sehr gerne hätte ich die "Razzia"-Tour besucht, aber irgendwie machten die Groben einen Bogen ums Frankenland und so dauerte es bis "Kinder + Narren"... das wird mir immer unvergesslich bleiben (siehe auch "Was für's Leben"!)... danach verwunderte mich der Umzug in kleinere Hallen und Vorstadtkneipen auch etwas und ich erhoffte immer wieder einen neuen Durchbruch... als ich bei der "Jubilee"-Tour dann "Fantasten" hörte, schoss mir durch die Hirnrinde: "Yes! Das isses - das als Single, und die Groben sind wieder groß im Geschäft!" Tja, aber leider hatte man da keinen Plattenvertrag, es wurde nur "Sonnentanz" nachgeschoben, für uns Fans natürlich eine Offenbarung, diese live so geliebte SolMu-Version endlich auch zu Hause hören zu können, aber eben wieder nur eine Veröffentlichung, die die "alten Hasen" ansprach... als dann "Teldec" das "Fantasten"-Album 'rausbrachte, gab es keine Singleveröffentlichung... zwar wurden Promosingles an die Radiostationen verschickt, aber davon wussten natürlich auch wieder nur die Fans, die sich das dann bei Wunschkonzerten wünschten... aber ohne Präsenz in den Läden gewinnt man so auch keinen Blumentopf! Schade - die "Fantasten"-Tour stand wieder im Zeichen eines gewissen Aufbruchsgeistes, man wollte es noch mal wissen... aber die Fantasten scheiterten wohl an der Realität des Business - für uns Fans hing der Grobschnitthimmel noch voller Geigen, die Devise hieß, auch für Mauerblumen, nach wie vor "Komm + tanz", aber sous le tapis bröckelte es schon gewaltig, der Weg nach Haus wurde für eine Band mit schwindenden Zuschauerzahlen stetig viel zu weit... ich hoffte ja noch, all das sei ein Film in meinem Kopf und der Durchbruch käme irgendwie noch - Fantast bin schließlich auch ich sowieso... aber die dunklen Wolken einer Last Party hingen schon drückend am Himmel und verdeckten die Geigen... zum Glück '88 noch eines der seltenen Festivals mitgenommen, dann 3x Last Party, inkl. "Grande Finale" in Hagen... danach erst mal Leere... bis zum Internetzeitalter und der Feststellung, dass ich doch nicht der letzte Mohikaner war... der Rest ist Geschichte... eine Geschichte mit hoffentlich noch völlig offenem Ende...

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Exil-Hagener
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BeitragVerfasst am: 07.09.2009, 21:05    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für Deine schöne Antwort Günni, auch für den Hinweis auf
"Was fürs Leben", hatte ich bisher noch nicht gelesen, hat mir aber
auch sehr gut gefallen, was und vor allem wie Du da schreibst.

Es ist auch für mich als "Altfan" immer wieder interessant etwas über
die "letzten Jahre" zu lesen, die ich dann nicht mehr so aktiv verfolgt
habe und bei der Last Party "residierte" ich dann damals in "SWF3-Land",
was bekanntlich Grobschnitt freie Zone war.

Am besten gefallen hat mir aber, das da ein "alter Westfale" und ein
Franke die gleichen Gedanken zu Fantasten hatten.

Die Nummer hatte ich bei einem meiner letzen Konzerte gehört und
dachte auch, das der Song auf Platte ein großer Wurf werden könnte.

Nur aus dem Grund habe ich mir dann noch das Album gekauft, aber
da fand ich sie dann doch "zu flach produziert".

Auch wenn mich jetzt einige für "bekloppt" halten, aber als ich dann einige
Jahre später das Stück Abenteuerland von Pur das erste mal im Radio
hörte, war mein erster Gedanke, das war es wo Grobschnitt mit
Fantasten eigentlich hin wollten.

Auch wenn ich nie der ausgemachte Pur Fan war, die Nummer erinnerte
mich irgendwie sofort an Grobschnitt, allein die Zeile in dem Song
"der Eintritt kostet den Verstand" trifft wohl auf keine andere Band besser zu.

Mit besten Grüßen aus dem "freiwilligen Exil".
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Günni
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BeitragVerfasst am: 08.09.2009, 00:43    Titel: Antworten mit Zitat

Is' ja witzig: 2 Seelen - ein Gedanke... pure Fantasten im Abenteuerland... und, rein musikalisch kann man gegen vieles von "Pur" eigentlich nix sagen... für mich ist der Unterschied zu GS lediglich: für mich sind "Pur" nicht authentisch, ich nehme ihnen ihre Attitüde einfach nicht ab... im Gegensatz zu "Grobschnitt"...

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Exil-Hagener
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BeitragVerfasst am: 16.09.2009, 22:00    Titel: Antworten mit Zitat

Muss doch mal eine kurze Korrektur zu meinem obigen Illegal Bericht schreiben.
Habe gerade im alten Forum ein Statement von Milla gelesen, dass die
Sache mit dem wieder zugezogenen Vorhang von Erke beim Opening
in Menden doch auf der Illegal Tour passiert ist und nicht wie ich schrieb
auf der'79er Tour. Da es Millas erster Auftritt mit Grobschnitt war wird
er es sicher besser wissen und ich geh dann mal wieder leicht beschämt
meine Alzheimer pflegen...und ich hätte Stein und Bein drauf geschworen. Sad
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Günni
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BeitragVerfasst am: 16.09.2009, 23:24    Titel: Antworten mit Zitat

gut, dass Du nicht gewettet hast, Exilhagener - sonst wären Bein und Stein jetzt weg...

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rooster
Sniffer



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BeitragVerfasst am: 14.11.2009, 15:08    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für deinen ausführlichen Bericht. Habe das Konzert damals auch gesehen und einige Tage vorher The Wall. Ich fand den direkten Vergleich damals spannend. Auf der einen Seite der gigantische Aufwand von Pink Floyd und der fehlerfreien Show und dagegen Grobschnitt, die primär von Improvisation lebten. Ich fand beides absolut faszinierend.

Habe Grobschnitt damals erstmals 1974 in Menden mir der Söldnershow gesehen und seitdem zu jedem Tourauftakt in Hüingsen. Ich fand gerade die Konzerte immer spannend, da hier noch ein wenig gefeilt wurde. Markenzeichen der alten Fans waren immer die Decken, da die Band immer erst anfing, wenn alle sassen. Kann mich auch noch gut an den Schock mit PowerPlay erinnern.

Gruß rooster
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Exil-Hagener
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BeitragVerfasst am: 14.11.2009, 20:22    Titel: Antworten mit Zitat

Dann sind wir uns sicher schon über den Weg gelaufen "rooster".
Die Premieren in Menden waren immer Pflichttermine, habe von'79 bis'84,
auch keine ausgelassen und gerade weil es dort meist noch unperfekt zuging,
waren es die spannendsten Konzerte.

Dein erstes mal war dann aber doch 1978? Ich vermute das jetzt mal einfach,
weil man in dem Jahr die Söldnershow aufführte.


Schönen Gruß vom
E.H.
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rooster
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Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 15.11.2009, 11:18    Titel: Antworten mit Zitat

Stimmt, muss 1978 gewesen sein. Ich habe noch das Plakat davon, aber da steht nur das Datum ohne Jahreszahl mit dem Hinweis, dass an dem Tag Deutschland kein WM Spiel hatte. Ausserdem war es wohl das letzte Konzert auf der Wilhelmshöhe. Hatte damals von Grobschnitt überhaupt keine Ahnung und war eigentlich eher auf dem Hard Rock Trip. Ein Freund von mir hat mich damals mitgenommen und ich fand es so faszinierend, dass ich Grobschnitt in den Jahren danach noch zwölf Mal (incl. Last Party in Hagen) gesehen habe. Die Mischung aus Schauspiel, Kllamauk und Improvisation fand ich damals einmalig. Ich weiss, dass erst weit nach Mitternacht Schluss war und dass es ziemlich berauschend war, was nicht zu letzt auch am "süsslichen" Geruch in den ersten Reihen lag. Ich habe in den Jahren danach so zie,mlich alles Live gesehen was Rang und Namen hat (von Pink Floyd über Bob Dylan bis Queen und Deep Purple weit über 50 "grosse" konzerte) aber Grobschnitt war immer einmalig. Und gerade diese Premieren, die ich bei jeder Tour gesehen habe, machten den eigentlichen Kick. Anschliessend durfte man auf die Bühne, sich hinter den kulissen umschauen, sich mit den Jungs unterhalten, irgendwie familiär.

Gruß rooster
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